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Gotteswort

14. September 2017


Kreuzerhöhung (F)

Nur Gottes Weisheit konnte aus dem Kreuz, das eigentlich ein Instrument des grausamen Folterns und Tötens ist, ein Werkzeug unseres Heils machen. Am Kreuz wurde der Tod besiegt, weil unser Erlöser am Kreuz in seinem Gehorsam und seiner Liebe bis zum Äussersten ging und deswegen vom Vater aus dem Tod befreit und zu seiner Rechten erhöht wurde.

Kyrie

Christus, du bist Gott gleich. Herr, erbarme dich.
Du hast dich erniedrigt und wurdest gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Christus, erbarme dich.
Darum hat Gott dich als Herrn über alle erhöht. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, deinem Willen gehorsam, hat dein geliebter Sohn den Tod am Kreuz auf sich genommen, um alle Menschen zu erlösen. Gib, dass wir in der Torheit des Kreuzes deine Macht und Weisheit erkennen und in Ewigkeit teilhaben an der Frucht der Erlösung. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Num 21,4–9

Die kupferne Schlange

Die Israeliten brachen vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut, es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig. Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen und viele Israeliten starben. Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk. Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht. Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

Aufblicken!

Im Tempel von Jerusalem brachte das Volk dem Bild einer kupfernen Schlange Räucheropfer dar (aus dem Orient kommt auch die Äskulap–Schlange der Mediziner). Die Erzählung über Todesnot und Rettung in der Wüste sollte dem Volk helfen, über dieses Kultbild hinaus auf Jahwe aufzublicken und von ihm das Heil zu erwarten. Erst der fromme König Hiskija entfernte das abergläubisch verehrte Schlangenbild aus dem Tempel. – Das Heilszeichen (Gift und Heilmittel) wird auch psychologisch gedeutet: Vor der Gefahr die Augen nicht verschliessen, sondern das Böse ins Visier nehmen. Christen blicken über alle Zeichen hinaus auf den gekreuzigten und erhöhten Christus. Nach dem heutigen Evangelium sieht Jesus selber in dem an der Stange erhöhten Heilszeichen ein Vorausbild seines eigenen Todes.

Antwortspalm

Psalm 78,1–2.35–38


R: Vergesst die Taten Gottes nicht.


Mein Volk, vernimm meine Weisung!
Wendet euer Ohr zu den Worten meines Mundes!
Ich öffne meinen Mund zu einem Spruch;
ich will die Geheimnisse der Vorzeit verkünden.

Wenn er dreinschlug, fragten sie nach Gott,
kehrten um und suchten ihn.
Sie dachten daran, dass Gott ihr Fels ist,
Gott, der Höchste, ihr Erlöser.

Doch sie täuschten ihn mit falschen Worten
und ihre Zunge belog ihn.
Ihr Herz hielt nicht fest zu ihm,
sie hielten seinem Bund nicht die Treue.

Er aber vergab ihnen voll Erbarmen die Schuld
und tilgte sein Volk nicht aus.
Denn er dachte daran, dass sie nichts sind als Fleisch,
nur ein Hauch, der vergeht und nicht wiederkehrt.

2. Lesung

Phil 2,6–11

Der Christus–Hymnus

Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäusserte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der grösser ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: «Jesus Christus ist der Herr» – zur Ehre Gottes, des Vaters.

Das Kreuz offenbart das Geheimnis Gottes

Dieser urchristliche Christus–Hymnus verkündet, dass Jesus seinen Weg – anders als Adam – im vollen Gehorsam gegangen ist. Er ist Mensch geworden, ohne sich Privilegien zu reservieren. Er hat einen bitteren Tod auf sich genommen. In ihm wollte Gott offenbaren, was sein Geheimnis ist. Gott offenbart seine Grösse in der Demut, in seiner Herablassung, im Teilen der menschlichen Not, im Dienen und in der Liebe. Dieser Weg führt in die Herrlichkeit.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich; denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. Halleluja.

Evangelium

Joh 3,13–17

Die Erhöhung des Menschensohnes

Jesus sagte zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen ausser dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn. Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

Das Kreuz als Erhöhung des Menschensohnes

Die Rede an Nikodemus richtet sich an die Vertreter der jüdischen Synagoge und an uns. „Nikodemus“ soll erkennen, dass die Wahrheit über die Person Jesu nicht allein an seinen Wunderzeichen und nicht allein an seinen Worten ablesbar ist. Das tiefste Geheimnis Jesu und Gottes selbst enthüllt sich am Kreuz. Er wurde um seines Gehorsam willen in die Herrlichkeit Gottes erhöht. In seinem Sohn hat Gott sich selber und seine alle menschlichen Vorstellungen übersteigende Liebe uns Menschen geschenkt. Sie ist grösser als die Macht des Richtens.

Fürbitten

Gekreuzigter und erhöhter Herr Jesus Christus:

  • Richte deine Kirche auf als Zeichen des Heils für alle Völker.
  • Schenke Frieden den Völkern im Nahen Osten, wo du für uns gelitten hast.
  • Steh allen bei, die schwer an der Last ihres Kreuzes tragen.
  • Führe die Kranken durch das Dunkel des Kreuzes zum Licht der Verklärung.
  • Lass uns selber auf deinem Weg zum ewigen Leben gelangen.
  • Schenke den Verstorbenen die Herrlichkeit des ewigen Lebens.

Herr Jesus Christus, wir beten dich an und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst. Dir sei Dank in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Herr Jesus Christus, du hast am Holz des Kreuzes der Welt das ewige Leben erworben. Führe uns durch diese Feier, in der wir deinen geopferten Leib empfangen haben, zur Herrlichkeit der Auferstehung. Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.