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Gotteswort

18. März 2018


5. Fastensonntag

Die heutigen Lesungen berichten weniger über Vorgänge, sondern bieten tiefe theologische Reflexionen über das österliche Heilswerk Jesu, das aus dem Abgrund des Leidens in die Herrlichkeit führt. Jesus ist der Mittler zwischen Gott und Mensch. In ihm erneuert sich der Bund.

Kyrie

Christus, du bist der verherrlichte Menschensohn. Herr, erbarme dich.
Du bist das Weizenkorn, das stirbt und reiche Frucht bringt. Christus, erbarme dich.
Du bist der Urheber unseres ewigen Heils. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jer 31,31–34

Der neue Bund

Seht, es werden Tage kommen – Spruch des Herrn –, in denen ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund schliessen werde, nicht wie der Bund war, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägypten herauszuführen. Diesen meinen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich ihr Gebieter war – Spruch des Herrn.

Denn das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schliesse – Spruch des Herrn: Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein. Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, Klein und Gross, werden mich erkennen – Spruch des Herrn. Denn ich verzeihe ihnen die Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr.

Der neue Bund

Das Volk wusste zwar um den Sinaibund zwischen Jahwe und Israel, nahm ihn aber wenig ernst und brach ihn immer wieder. Als erster Prophet spricht Jeremia von einer Erneuerung des Bundes. Er darf nicht bloss in Steintafeln bestehen, in die Gebote gemeisselt sind. Der Bund wird erneuert, wenn Gott sich selber in das innerste Selbst der Menschen einschreibt. Inspirierten und von der Sünde befreiten Herzen wird eine neue Gotteserkenntnis innewohnen.

Antwortspalm

Psalm 51,3–4.12–15


R: Ein reines Herz erschaffe mir, Gott.


Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab
und mach mich rein von meiner Sünde!

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!

Mach mich wieder froh mit deinem Heil
mit einem willigen Geist rüste mich aus!
Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege
und die Sünder kehren um zu dir.

2. Lesung

Hebr 5,7–9

Christus als Mittler

Als er auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden. Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.

Der neue Hohepriester

In Christus hat sich Gott ganz in das Los der Menschheit hineingegeben, ist sogar ein Lernender, Flehender und Gehorchender geworden. So wird Christus zum hohepriesterlichen Mittler zwischen Gott und Menschheit und damit der Urheber des Heils.

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! Wer mir dienen will, folge mir nach; und wo ich bin, dort wird auch der sein, der mir dient. Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium

Joh 12,20–33

Die Stunde der Entscheidung

Auch einige Griechen waren anwesend – sie gehörten zu den Pilgern, die beim Fest Gott anbeten wollten. Sie traten an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und sagten zu ihm: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.

Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet. Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch.

Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.

Vor der Passion

Die letzte öffentliche Rede Jesu erfolgt in der „Stunde“ der Entscheidung. Dass jetzt Nichtjuden herandrängen, gibt Jesus die Gewissheit, dass nun seine Verherrlichung bevorsteht, nämlich sein fruchtbringendes Sterben und Auferstehen (Bildwort vom Weizenkorn!). Dies wird auch der Weg der Jünger sein. Die Nähe der Passion „erschüttert“ Jesus (vgl. Ölbergszene bei den Synoptikern!). Für Jesus ist die Verherrlichung des Namens des Vaters zentral (vgl. Vaterunserbitte). Die Stimme vom Himmel bestätigt dem Volk diesen Sinn der Sendung Jesu und seiner österlichen Erhöhung aus der Passion in die Herrlichkeit. Er wird auch die Seinen in seinen Sieg hereinnehmen.

Fürbitten

Christus, durch dich wird der neue Bund Gottes mit der Menschheit geschlossen. Wir bitten:

  • Zeige dich den Menschen durch den Dienst der Kirche als Retter.
  • Begleite Kranke und Leidende, damit sie ihren Weg im Bund mit dir gehen.
  • Sende den Getauften deinen Geist der Liebe, damit sie dir und den Menschen dienen.
  • Wecke unter den Völkern im Nahen Osten eine neue Bereitschaft zum Frieden.
  • Segne die Kinder dieser Gemeinde, die sich auf Erstkommunion oder Firmung vorbereiten.
  • Nimm unsere Verstorbenen auf in die ewige Herrlichkeit.

Denn du bist die Auferstehung und das Leben. Auf dich setzen wir unsere Hoffnung. Dir sei Ehre und Preis in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, du hast uns das Sakrament der Einheit geschenkt. Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben, dessen Leib und Blut wir empfangen haben. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.