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Gotteswort

21. November 2017


Dienstag der 33. Woche im Jahreskreis

Menschen können kleinlich sein, aber auch bewundernswert grosszügig oder generös. Sicher aber ist Gott überraschend grosszügig, wenn Menschen vorbehaltlos zu ihm stehen (1. Lesung). Und Christus ist von Herzen grosszügig gerade gegenüber „Kleinen“ (Evangelium).

Gedenktag Unserer Lieben Frau in Jerusalem (G)

Unsere Liebe Frau von Jerusalem: Dieser Gedenktag erinnerte anfänglich an die Weihe der in der Nähe des jüdischen Tempels gelegenen "neuen Marienkirche" am 21. Nov. 543. – Später erinnert der Tag an den legendarischen Tempelgang der jungen Maria (apokryphes „Protoevangelium des Jakobus“: „Mariä Opferung“). – Das Fest ist in Konstantinopel im 8. Jh. bezeugt, im Abendland im 11. Jh.. Sixtus IV schreibt es 1472 allgemein vor. – Wir ehren heute Maria als den vom Heiligen Geist geschaffenen Tempel des Wortes Gottes.

Kyrie

Christus, du bist der Menschensohn: Herr, erbarme dich.
Du kamst, das Verlorene zu suchen. Christus, erbarme dich.
Du hast unter uns gewohnt. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gütiger Gott, wir gedenken am heutigen Tag der seligen Jungfrau Maria, die du mit der Fülle deiner Gnade beschenkt hast. Höre auf ihre Fürsprache und lass auch uns am Reichtum deiner Gnade teilhaben, damit wir mit ganzer Hingabe und frohem Vertrauen vor dir leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

2 Makk 6,18–31

Das Martyrium des Eleasar

Unter den angesehensten Schriftgelehrten war Eleasar, ein Mann von hohem Alter und edlen Gesichtszügen. Man sperrte ihm den Mund auf und wollte ihn zwingen, Schweinefleisch zu essen. Er aber zog den ehrenvollen Tod einem Leben voll Schande vor, ging freiwillig auf die Folterbank zu und spuckte das Fleisch wieder aus. In solcher Haltung mussten alle herantreten, die sich standhaft wehrten zu essen, was man nicht essen darf – nicht einmal um des geliebten Lebens willen.

Die Leute, die bei dem gesetzwidrigen Opfermahl Dienst taten und die den Mann von früher her kannten, nahmen ihn heimlich beiseite und redeten ihm zu, er solle sich doch Fleisch holen lassen, das er essen dürfe, und es selbst zubereiten. Dann solle er tun, als ob er von dem Opferfleisch esse, wie es der König befohlen habe. Wenn er es so mache, entgehe er dem Tod; weil sie alte Freunde seien, würden sie ihn mit Nachsicht behandeln. Er aber fasste einen edlen Entschluss, wie es sich gehörte für einen Mann, der so alt und wegen seines Alters angesehen war, in Würde ergraut, der von Jugend an vorbildlich gelebt und – was noch wichtiger ist – den heiligen, von Gott gegebenen Gesetzen gehorcht hatte. So erklärte er ohne Umschweife, man solle ihn ruhig zur Unterwelt schicken. Wer so alt ist wie ich, soll sich nicht verstellen. Viele jungen Leute könnten sonst glauben, Eleasar sei mit seinen neunzig Jahren noch zu der fremden Lebensart übergegangen. Wenn ich jetzt heucheln würde, um eine geringe, kurze Zeit länger zu leben, würde ich sie irreleiten, meinem Alter aber Schimpf und Schande bringen. Vielleicht könnte ich mich für den Augenblick der Bestrafung durch die Menschen entziehen; doch nie, weder lebendig noch tot, werde ich den Händen des Allherrschers entfliehen. Darum will ich jetzt wie ein Mann sterben und mich so meines Alters würdig zeigen. Der Jugend aber hinterlasse ich ein leuchtendes Beispiel, wie man mutig und mit Haltung für die ehrwürdigen und heiligen Gesetze eines schönen Todes stirbt. Nach diesen Worten ging er geradewegs zur Folterbank.

Da schlug die Freundlichkeit, die ihm seine Begleiter eben noch erwiesen hatten, in Feindschaft um; denn was er gesagt hatte, hielten sie für Wahnsinn. Als man ihn zu Tod prügelte, sagte er stöhnend: Der Herr mit seiner heiligen Erkenntnis weiss, dass ich dem Tod hätte entrinnen können. Mein Körper leidet qualvoll unter den Schlägen, meine Seele aber erträgt sie mit Freuden, weil ich ihn fürchte. So starb er; durch seinen Tod hinterliess er nicht nur der Jugend, sondern den meisten aus dem Volk ein Beispiel für edle Gesinnung und ein Denkmal der Tugend.

Hoffnung

Das zweite Makkabäerbuch schildert die gleiche Zeit wie das erste und betont dabei, dass Gott die Geschicke des Volkes und der Einzelnen nicht gleichgültig sind. Das jüdische Volk hat Märtyrer, die sich nicht zum Abfall vom Glauben bewegen lassen. Wenn sie getötet werden, kommt die Frage nach dem Weiterleben auf, nicht als ein leeres Gedankenspiel, sondern als ganz konkrete Frage und Hoffnung. Wenn die Märtyrer ihr Leben verschenkt haben, dürfen sie hoffen, dass Gott mit dem Geschenk des Lebens antwortet.

Antwortspalm

Psalm 3,2–7


R: Der Herr nimmt sich meiner an.


Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger;
so viele stehen gegen mich auf.
Viele gibt es, die von mir sagen:
«Er findet keine Hilfe bei Gott.»

Du aber, Herr, bist ein Schild für mich,
du bist meine Ehre und richtest mich auf.
Ich habe laut zum Herrn gerufen;
da erhörte er mich von seinem heiligen Berg.

Ich lege mich nieder und schlafe ein,
ich wache wieder auf,
denn der Herr beschützt mich.
Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht,
wenn sie mich ringsum belagern.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Gott hat uns geliebt und seinen Sohn gesandt als Sühne für unsere Sünden. Halleluja.

Evangelium

Lk 19,1–10

Jesus im Haus des Zöllners Zachäus

Dann kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt. Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich. Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein. Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.

Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein. Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf. Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.

Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.

Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist. Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Heute

Dieser Bericht findet sich nur bei Lukas. Er setzt Akzente, um zu zeigen, was das „Heute“ Gottes bringt:
1. Jesus wirkt Gosses nicht nur in Jerusalem, sondern auch und gerade im verachteten Jericho.
2. Jesus lässt sich nicht vom Gerede der Leute abhalten, einem „Kleinen“, dem ver¬achteten Zöllner, zu helfen; seine Sehnsucht lässt Jesus nicht gleichgültug.
3. Wenn Zachäus das Hindernis des ungerechten Mammons wegräumt, wird Jesus sein Gast und beglückt ihn über alles Erwarten.

Fürbitten

Christus, Du bist gekommen, zu retten was verloren war:

  • Hilf der Kirche, offen zu sein für die Begegnung mit Menschen, die verachtet werden.
  • Verzeih den Verfolgern der Kirche, gib Starkmut den Verfolgten.
  • Erhalte unter den Glaubenden den Sinn für Gastfreundschaft und Solidarität.
  • Nimm unsere Verstorbenen auf in die ewigen Wohnungen.

Barmherziger Gott, erhöre das Bittgebet der Kirche und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Im Heiligen Geist, durch Christus unseren Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, in dieser Feier zu Ehren der heiligen Jungfrau und Gottesmutter Maria haben wir das heilbringende Sakrament empfangen. Höre auf ihre Fürsprache und führe uns mit ihr und allen Heiligen zur Vollendung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.