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Gotteswort

22. Mai 2018


Dienstag der 7. Woche im Jahreskreis

Eindringlich mahnen die heutigen Lesungen, neue Massstäbe zu setzen. Es sind nicht lebensfeindliche Normen. Im Gegenteil. Der Jakobusbrief verweist auf Elemente einer echten Konfliktlösung, das das Evangelium auf die tiefen Motive christlicher Dienstbereitschaft.

Hl. Rita von Cascia (g)

Ordensfrau

Rita von Cascia wurde jung zur Ehe mit einem rohen Mann gezwungen, den sie mit Geduld ertrug. Der Mann wurde ermordet, und ihre beiden Söhne starben. Nun trat Rita 33jährig in das Kloster der Augustinerinnen ein. Sie lebte streng asketisch, pflegte besonders die Liebe zum leidenden Erlöser und empfing mystische Gaben.

Kyrie

Christus, du wolltest der Diener aller sein. Herr, erbarme dich.
Du bist den Händen der Menschen ausgeliefert worden. Christus, erbarme dich.
Du willst, dass wir in den Kleinen und Geringen dich aufnehmen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, dein Sohn ist zu uns gekommen, nicht um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. Gib, dass wir von ihm lernen, wie wir leben sollen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jak 4,1–10

Warnung vor Zwietracht und Weltsinn

Woher kommen die Kriege bei euch, woher die Streitigkeiten? Doch nur vom Kampf der Leidenschaften in eurem Innern. Ihr begehrt und erhaltet doch nichts. Ihr mordet und seid eifersüchtig und könnt dennoch nichts erreichen. Ihr streitet und führt Krieg. Ihr erhaltet nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt doch nichts, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in eurer Leidenschaft zu verschwenden. Ihr Ehebrecher, wisst ihr nicht, dass Freundschaft mit der Welt Feindschaft mit Gott ist? Wer also ein Freund der Welt sein will, der wird zum Feind Gottes. Oder meint ihr, die Schrift sage ohne Grund: Eifersüchtig sehnt er sich nach dem Geist, den er in uns wohnen liess. Doch er gibt noch grössere Gnade; darum heisst es auch: Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade. Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann wird er vor euch fliehen. Sucht die Nähe Gottes; dann wird er sich euch nähern. Reinigt die Hände, ihr Sünder, läutert euer Herz, ihr Menschen mit zwei Seelen! Klagt und trauert und weint! Euer Lachen verwandle sich in Trauer, eure Freude in Betrübnis. Demütigt euch vor dem Herrn; dann wird er euch erhöhen.

Konfliktlösung

Warum kommt es auch in Christengemeinden zu Konflikten? Jakobus spricht nicht über Fakten oder Argumente, sondern erklärt: Aus dem Innern! Genauer: aus „Leidenschaften“ wie Besitzsucht, Aggressivität oder Dominanzstreben. Solches aber ist Abfall von Gott, darum werden die eingangs als „Brüder“ bezeichneten nun als „Ehebrecher“ (Bundesbruch!) gescholten. Wir sind Gott, der uns den Geist des Lebens geschenkt hat, Besseres schuldig. Dann kommt es zu einer Wende.

Antwortspalm

Psalm 55,7–10.17.23


R: Wirf deine Sorge auf den Herrn, er hält dich aufrecht.


Ich dachte: «Hätte ich doch Flügel wie eine Taube,
dann flöge ich davon und käme zur Ruhe.»
Weit fort möchte ich fliehen,
die Nacht verbringen in der Wüste.

An einen sicheren Ort möchte ich eilen
vor dem Wetter, vor dem tobenden Sturm.
Entzweie sie, Herr, verwirr ihre Sprache!
Denn in der Stadt sehe ich Gewalttat und Hader.

Ich aber, zu Gott will ich rufen,
der Herr wird mir helfen.
Wirf deine Sorge auf den Herrn,
er hält dich aufrecht!
Er lässt den Gerechten niemals wanken.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ich will mich allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt. Halleluja.

Evangelium

Mt 9,30–37

Die dritte Ankündigung von Leiden und Auferstehung – Dienstbereitschaft

Sie gingen von dort weg und zogen durch Galiläa. Er wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.

Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer (von ihnen) der Grösste sei. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

Der Weg Jesu

Jesus ist auf dem Weg nach Jerusalem und kündet zum zweiten Mal seinen Tod und seine Auferstehung an. Die Jünger scheinen nichts davon hören zu wollen. Sie sind mit der eigenen Zukunft beschäftigt und erhoffen sich im Gefolge Jesu viel Prestige. – Jesus stellt ihre Vorstellungen auf den Kopf. Der Erste unter ihnen soll der Diener aller werden. Wahre Jünger Jesu haben Sinn für die Kleinen und die Geringen (Kinder waren damals oft weniger wert als ein Stück Vieh!). Wer sich um sie annimmt, nimmt Jesus auf. Jünger sind selber noch Schüler. Im Abendmahlssaal werden sie die Lektion der Fusswaschung erhalten. Sie sollten den Sinn der Lebenshingabe Jesu am Kreuz verstehen lernen.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du hast dein Leben für uns hingegeben:

  • Schenke allen, die an dich glauben, den Geist der Dienstbereitschaft.
  • Führe alle, die sich zerstritten haben, zu Einsicht und Frieden.
  • Begleite Kinder und Jugendliche durch gläubige Eltern und vorbildliche Erzieher.
  • Wecke in uns selber den Sinn für die Liebe, die du uns vorgelebt hast.

Barmherzige Gott und Vater, Du nimmst dich um uns Menschen an in guten und in bösen Tagen. Dir dürfen wir vertrauen. Dich loben und preisen wir, jetzt und in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Getreuer Gott, du hast uns das heilige Sakrament als Unterpfand der kommenden Herrlichkeit gegeben. Schenke uns einst das Heil in seiner ganzen Fülle. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.