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Gotteswort

25. November 2017


Samstag der 33. Woche im Jahreskreis

Lesung und Evangelium sprechen heute – was zum Herbst besser passt als zu andern Jahreszeiten – vom Sterben. Vor dem Tod muss die Machtpolitik kapitulieren, auch und gerade eine reiligionsfeindliche Macht. (1. Lesung) Im Evangelium nimmt Jesus von seinem Gottesverständnis her Stellung gegen die Leugnung der Auferstehung.

Hl. Katharina von Alexandrien (g)

Jungfrau, Märtyrin

Von ihr berichtet die Legende: Die junge Frau war hochgebildet und intelligent. Sie besiegte in einer Disputation heidnische Gelehrte; sie hat zur Zeit des Kaisers Maxentius (305–312) in Alexandrien das Martyrium erlitten; dabei wurde sie gerädert und, als das Rad zerbrach, mit dem Schwert hingerichtet. Katharina wird im Orient hoch verehrt (Katharinenkloster im Sinai!); ähnlich gross war die Verehrung früher im Westen. Vgl. Käthy, Katja, Karina.

Kyrie

Christus, du verkündest den Gott der Lebenden. Herr, erbarme dich.
Du bist unsere Auferstehung von den Toten. Christus, erbarme dich.
Du machst uns zu Söhnen und Töchtern Gottes. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, der Heilige Geist, der von dir ausgeht, erleuchte unser Herz und unseren Sinn. Er führe uns in die volle Wahrheit ein, wie dein Sohn verheissen hat, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

1 Makk 6,1–13

Das Ende des Antiochus Epiphanes

König Antiochus durchzog unterdessen die östlichen Provinzen. Er hörte von einer Stadt in Persien namens Elymaïs, die berühmt war wegen ihres Reichtums an Silber und Gold. Auch gibt es in ihr einen sehr reichen Tempel; der mazedonische König Alexander, der Sohn des Philippus, der als erster Grieche König geworden war, hatte dort goldene Schilde, Rüstungen und Waffen hinterlassen.

Antiochus marschierte also hin und versuchte, die Stadt zu erobern und zu plündern. Doch er blieb ohne Erfolg; denn die Einwohner der Stadt hatten von seinem Plan erfahren und leisteten ihm bewaffneten Widerstand. Er musste fluchtartig abziehen und machte sich sehr niedergeschlagen auf den Rückweg nach Babylon.

Noch in Persien erreichte ihn ein Bote mit der Nachricht, dass die Heere, die in Judäa einmarschiert waren, geschlagen worden waren.

Auch Lysias, der an der Spitze einer starken Streitmacht in den Kampf gezogen war, habe gegen die Juden eine schwere Niederlage erlitten. Deren Bewaffnung und Kampfkraft habe sich durch die grosse Beute, die sie bei den geschlagenen Armeen machten, verstärkt.

Den Gräuel, den er auf dem Altar in Jerusalem hatte aufstellen lassen, hätten sie wieder entfernt und den Tempelbezirk wie früher mit hohen Mauern umgeben, ebenso seine Stadt Bet–Zur.

Als der König das hörte, war er bestürzt und sehr beunruhigt. Er musste sich niederlegen, da ihn eine Schwäche befiel; so niedergeschlagen war er, weil seine Pläne gescheitert waren. So ging es mehrere Tage. Er bekam immer neue Anfälle tiefer Schwermut und rechnete schon damit, dass er sterben müsse.

Er rief seine Freunde zusammen und sagte zu ihnen: Der Schlaf flieht meine Augen und ich bin vor Sorgen zusammengebrochen. Ich habe mich gefragt: Wie bin ich nur in diese grosse Not und Bedrängnis geraten, in der ich mich jetzt befinde? Ich war während meiner Regierung doch immer leutselig und beliebt.

Jetzt fallen mir die bösen Dinge ein, die ich in Jerusalem getan habe. Ich habe dort alle Geräte aus Silber und Gold mitgenommen, ja, ich habe ohne Grund den Auftrag gegeben, die Bewohner Judäas auszurotten. Deswegen ist dieses Unglück über mich gekommen, das weiss ich jetzt. Und nun sterbe ich ganz verzweifelt in einem fremden Land.

Das Scheitern eines Tyrannen

Auch ausserbiblische Autoren berichten vom unerwartet frühen Tod des Antiochus IV. Epiphanes (Blinddamentzündung? Sturz vom Wagen?) und von seiner Verbitterung oder Depression. Seine zu Unterdrückung greifende Religionspolitik scheitert. Unser Autor geht weiter. Er konstruiert Geschichte, um zu lehren: Wer gegen Gott streitet, ist des Todes. Historisch erfolgte die Neueinweihung des Tempels erst nach dem Tod des Königs. Dem sterbenden Despoten wird ein Eingeständnis seiner Schuld gegen Jerusalem in den Mund gelegt. Doch auch die Makkabäer werden sterben, und auch ihre Machtpolitik wird keinen dauerhaften Erfolg zeitigen. (Schott, Frisque, Stuttgarter AT)

Antwortspalm

Psalm 9,2–4.6.16.19


R: Ich frohlocke, weil du mit hilfst.


Ich will dir danken, Herr, aus ganzem Herzen,
verkünden will ich all deine Wunder.
Ich will jauchzen und an dir mich freuen,
für dich, du Höchster, will ich singen und spielen

Denn zurückgewichen sind meine Feinde,
gestürzt und vergangen vor deinem Angesicht.
Du hast die Völker bedroht, die Frevler vernichtet,
ihren Namen gelöscht für immer und ewig.

Völker versanken in der Grube,
die sie selber gegraben;
im Netz, das sie heimlich gelegt,
hat ihr Fuss sich verfangen.
Doch der Arme ist nicht auf ewig vergessen,
des Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Unser Retter Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und uns das Licht des Lebens gebracht durch das Evangelium. Halleluja.

Evangelium

Lk 20,27–40

Von der Auferstehung der Toten

Von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, kamen einige zu Jesus und fragten ihn:

Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen.

Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterliessen keine Kinder, als sie starben. Schliesslich starb auch die Frau.

Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt.

Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind.

Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.

Da sagten einige Schriftgelehrte: Meister, du hast gut geantwortet. Und man wagte nicht mehr, ihn etwas zu fragen.

Im Bund mit den Lebenden

Die Sadduzäer anerkannten nur die Norm des „Gesetzes“, d. der fünf Bücher des Mose. Weil dort nichts über eine Auferstehung der Toten steht, wird diese von den Sadduzäern geleugnet und mit dem Beispiel von dem mehrmals verwitweten Mann lächerlich gemacht. Jesus stellt richtig, dass die künftige Welt nicht einfach eine Weiterführung der diesseitigen Welt ist. Die künftige Wirklichkeit ist grösser. Jesus weist auf den Bund hin, den der „Gott der Lebenden“, wie ihn Mose bezeugt, mit seinen Erwählten geschlossen hat. Es ist nicht ein bloss provisorischer Bund, nicht ein Bund mit Leblosen. (vgl. Schott; Frique)

Fürbitten

Christus, du bist von den Toten auferstanden. Wir bitten dich:

  • Für alle Getauften: Stärke ihr Vertrauen auf ihren Taufbund.
  • Für die Diener des Wortes: Hilf ihnen, deine und unsere Auferstehung zu bezeugen.
  • Für die Eheleute: Erhalte sie in der gegenseitigen Treue und Liebe.
  • Für unsere Verstorbenen: Schenke ihnen ewiges Leben in deinem Licht.

Du Gott des Lebens. Stärke unsere Hoffnung durch das Geheimnis von Tod und Auferstehung deines Sohnes, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt und sein Gedächtnis begangen. Die heilige Gabe, die wir in dieser Feier empfangen haben, helfe uns, dass wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern Christus nachfolgen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.