Gemeinschaft

Seelsorge

Kultur

Schulen/Betriebe

Umfeld
Gottes Wort
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag
Sonntag

>> Home

[ print ]

 

Gotteswort

26. November 2017


Christkönigssonntag

Das Reich Christi ist allumfassend und ist doch nicht von dieser Welt. Es verwirklicht sich durch den Tod und die Auferstehung des menschgewordenen, also des in der Schöpfung inkarnierten Wortes Gottes. Es muss weiter in die Menschenwelt (der „Völker“) hineinwachsen und wird sich bei der Wiederkunft Christi vollenden.

Kyrie

Christus, Menschensohn in Gottes Herrlichkeit. Herr, erbarme dich.
Du bist der gute Hirt. Christus, erbarme dich.
Du bist unsere Auferstehung und unser Leben. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast deinem geliebten Sohn alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht. Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen, damit sie allein dir dienen und dich in Ewigkeit rühmen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unser Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ez 34,11–12.15–17

Der gute Hirt

So spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe selber suchen und mich selber um sie kümmern. Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe und hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben.

Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen – Spruch Gottes, des Herrn. Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist.

Ihr aber, meine Herde – so spricht Gott, der Herr –, ich sorge für Recht zwischen Schafen und Schafen, zwischen Widdern und Böcken.

Wenn Menschen versagen

Die Verantwortlichen des Volkes haben versagt. Sie haben Unrecht getan und grassieren lassen. Darum kam es zum „düsteren Tag“ des Gerichts über Jerusalem. Nun wird Gott selber wie ein guter Hirt für seine Herde und ihre verschiedenartigen Glieder sorgen.

Antwortspalm

Psalm 23,1–3,5-6


R: Der Herr ist mein Hirte; nichts wird mir fehlen.


Der Herr ist mein Hirte,
nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden,
treu seinem Namen.
Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.

Du salbst mein Haupt mit Öl,
du füllst mir reichlich den Becher.
Lauter Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit.

2. Lesung

1 Kor 15,20–26.26

Die Auferstehung Christi und das Heil

Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.

Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören.

Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft vernichtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater, übergibt. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füsse gelegt hat. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der Tod.

Wenn ihm dann alles unterworfen ist, wird auch er, der Sohn, sich dem unterwerfen, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott herrscht über alles und in allem.

Das österliche Geheimnis als allumfassende Wende

In Korinth gab es Leugner der Auferstehung. Paulus hat unmittelbar vor diesem Abschnitt die Auferstehung Christi von den Toten als Kern des christlichen Glaubens festgehalten. Nun entfaltet er seine Sicht. Christus ist der neue „Adam“, der neue „Mensch“ schlechthin. Indem ihn der Vater vom Tod auferweckte und in sein Leben aufnahm, eröffnet sich dem zu Christus gehörigen „Menschen“ überhaupt das neue Leben (das ansatzweise auch die Schöpfung erfasst).

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Halleluja.

Evangelium

Mt 25,31–46

Vom Weltgericht

Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.

Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.

Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.

Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! Denn ich war hungrig und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht.

Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?

Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

Die tätige Liebe als Kriterium

Nach Mt betont Jesus zu Beginn seiner ersten Rede („Selig, die Barmherzigen!“) und hier in seiner letzten Rede (kurz vor der Passion, also an einer markanten Stelle) die barmherzig tätige Liebe. Sie ist wesentlich für das vom Vater von Anfang der Schöpfung an bestimmte „Reich“ (V.34). In den vorangehenden Gleichnissen wird von den Gläubigen, im Blick auf das Kommen des Herrn, Wachsamkeit und die Entfaltung des Glaubenslebens erwartet; jetzt spricht Jesus vom Gericht. In alttestamentlichen Kategorien wird das „Jüngste Gericht“ als Rahmen genommen, die ganze Aufmerksamkeit gilt aber dem Verhalten der Menschen im gegenwärtigen Leben.
31–33: Weltgericht – Urteil: Der Menschensohn erscheint in seiner göttlichen Hoheit. Vor ihm sind „alle Völker“ versammelt, also auch die Nichtjuden, auch Nichtchristen, auch die schon Verstorbenen. Gerichtsverhandlungen werden nicht geführt. Das Urteil bzw. das entscheidende Kriterium steht schon fest. – In der atl. Bildsprache wird Jesus als universaler Hirt aller Völker geschildert. Wie ein Hirt die nicht zur Aufzucht bestimmten Zicklein aussondert (ein gleichnishaftiges Bild!) unterscheidet der globale Richter, wer Zukunft hat.
34–40: Die Gesegneten: Die Scheidung in zwei Kategorien dürfte dem „Zwei–Wege“–Motiv entsprechen. Alle haben zu wählen, welchen Weg sie einschlagen. Die guten Willens sind, haben den Weg der Gerechten gewählt (auch wenn sie nie etwas von Christus gehört hatten). Es ist der von Gott von Anfang an gewollte Weg. Kennzeichnend für diesen Weg sind die „Werke der Barmherzigkeit“, für die sieben Beispiele angeführt werden. Nicht vorausgesetzt sind Dogmatik oder Bekenntnis. Der Menschensohn auf göttlichem Thron identifiziert sich mit den „Geringsten“ unter den Menschen, die alle seine Geschöpfe sind. Die tätige Liebe ist Gott geschenkt.
41–46: Die Verfluchten: Gott hat sie nicht verflucht, aber sie haben „nicht geholfen“ (V. 44 wörtlich: nicht „gedient“). So finden sie ihren Platz nicht beim Gott der Liebe, dem sie sich verweigert haben, im Unterschied zu den Gerechten, die bei Gott das ewige Leben finden. „Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.“ (Jak 2,13b)
Für uns wichtig: 1. Es gilt, dieses Evangelium nicht einseitig als Fernrohr für ein zukünftiges Ereignis zu verstehen. Es ist auf die jetzt gegenüber den Geringsten zu übende Barmherzigkeit ausgerichtet. 2. Dieses Evangelium betont die verwandelnde und erlösende Kraft der Liebe; die global solidarische Liebe ist entscheidend für alle Zukunft. Vgl. L.Kuld, www.perikopen.de

Fürbitten

Christus, du bist für uns gestorben und auferstanden. Wir bitten dich:

  • Für alle Getauften: Zeige dich ihnen als guter Hirt.
  • Für die Hirten der Kirche: Stärke sie im Dienst an der Einheit.
  • Für die Völker im Nahen Osten: Führe sie zu Frieden und Gerechtigkeit.
  • Für alle, die sich von dir entfernt haben: Schenke ihnen deine Liebe.
  • Für uns selber: Mache uns dankbar für deinen Tod und deine Auferstehung.
  • Für unsere Verstorbenen: Führe sie in das ewige Leben.

Christus, du bist die Quelle der Liebe und des Lebens. Dich preisen wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, du hast uns berufen, Christus, dem König der ganzen Schöpfung, zu dienen. Stärke uns durch diese Speise, die uns Unsterblichkeit verheisst, damit wir Anteil erhalten an seiner Herrschaft und am ewigen Leben. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.