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Sonntagsgedanke – 18. Februar 2018

Am Aschermittwoch hat die Fastenzeit begonnen. Es ist die 40tägige Buss- und Besinnungszeit, die uns auf die Feier von Leiden, Tod und Auferstehung unseres Herrn vorbereiten soll. In der Regel des heiligen Benedikt ist der Fastenzeit ein eigenes Kapitel gewidmet.

Das 49. Kapitel der Regel beginnt ziemlich ernüchternd – jedenfalls für uns Mönche: "Der Mönch soll zwar immer ein Leben führen wie in der Fastenzeit. Dazu aber haben nur wenige die Kraft. Deshalb raten wir, dass wir wenigstens in diesen Tagen der Fastenzeit in aller Lauterkeit auf unser Leben achten und gemeinsam in diesen heiligen Tagen die früheren Nachlässigkeiten tilgen" (RB 49,1-3). "Wenigstens in diesen Tagen der Fastenzeit!" mahnt unser Ordensvater. Die Fastenzeit als Motivationstrainerin? Genau so ist sie gedacht.

40 Tage sind eine übersichtliche Zeitspanne und dadurch besonders geeignet, "auf unser Leben zu achten […] und die früheren Nachlässigkeiten zu tilgen". Ziel wäre es natürlich, dass die guten Vorsätze, ein intensiveres Gebetsleben und gelebte Solidarität mit anderen auch über Ostern hinaus praktiziert würden. Wenn man in der Fastenzeit auf den Geschmack gekommen ist, scheint diese Vision eines intensiveren geistlichen Lebens gar nicht so abwegig zu sein. Warum es nicht einmal probieren?

Als Einzelkämpfer hat man es allerdings etwas schwer. Für Nicht-Mönche bieten die neuen Medien interessante und hilfreiche Alternativen. Eine ganz spannende Aktion ist www.wirfasten.ch. Via WhatsApp erhält man an jedem Tag der Fastenzeit einen Input und eine Gebetsanregung.

Auf zahlreichen Webseiten wie zum Beispiel www.geistliche-impulse.de finden engagierte Christen Gedanken, die sie durch die Fastenzeit begleiten. Es lohnt sich, das Internet nach guten Begleitern durch die österliche Busszeit zu durchstöbern – vorausgesetzt, man macht kein Internet-Fasten.

Aber auch im Kloster Einsiedeln kann man Impulse für die Fastenzeit erhalten, besonders in der Mitfeier unserer Gottesdienste. Das tägliche Konventamt (an Sonn- und Feiertagen um 09.30 Uhr, an Werktagen 11.15 Uhr) und die Vesper setzen besondere Akzente in dieser Zeit des Kirchenjahres. Vom Zweiten bis und mit Fünften Fastensonntag wird die Vesper um 16.30 Uhr vor dem ausgesetzten Allerheiligsten gefeiert. Darauf folgt die Eucharistische Prozession zur Gnadenkapelle mit Salve Regina und abschliessendem Eucharistischen Segen. Herzliche Einladung zu diesen "Einsiedler Betsonntagen" und eine gesegnete Fastenzeit!

P. Philipp Steiner