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Sonntagsgedanke – 25. Februar 2018

Vor 23 Jahren war der 1. März Aschermittwoch. Wen interessiert das schon…? Niemanden, ausser mich :-). Der 1. März gehört zu meinen persönlichen Festtagen im Jahreskreis, denn damals bin ich ins Kloster Einsiedeln eingetreten. Dass dieser Mittwoch der Beginn der Fastenzeit war, legte meiner Lebenswende einen besonderen Akzent. Nicht, dass ich deswegen asketischer geworden bin…, und doch lässt mich dieser Tag mindestens einmal im Jahr fragen: "Freund, wozu bist du gekommen?"

Hast du auch einen oder mehrere solche persönliche Festtage im Jahr? Ich glaube, dass es gut ist, sich von diesen persönlichen Gedenktagen herausfordern zu lassen. "Freund, wie hast du dich entwickelt?"
Diese Gedanken kamen mir auf, als ich das Gebetsanliegen von Papst Franziskus für den Monat März las:
"Evangelisation: Ausbildung in geistlicher Unterscheidung. Dass die Kirche erkennt, wie dringend die Ausbildung zu Geistlicher Unterscheidung ist, und diese sowohl auf persönlicher als auch auf der Ebene der Gemeinden fördert."

Mit dem Aschermittwoch vor 23 Jahren begann ich langsam die wichtige Bedeutung der geistlichen Unterscheidung zu entdecken. Die Mönchsväter gebrauchten den lateinischen Ausdruck "discretio" und so ist er uns in der monastischen Tradition überliefert.
Ist nicht die Fastenzeit uns geschenkt, dass wir in unserem Leben diese Unterscheidung der Geister üben? Das bedeutet, dass wir uns selbst evangelisieren, das Evangelium zu eigen machen. Nicht in dem Sinn, dass wir uns ein Korsett auflegen, sondern indem wir lernen, dieses Evangelium als frohe Botschaft in unser Leben zu wandeln.
Jesus selbst demonstriert eine grosse Fähigkeit zur Unterscheidung der Geister. Als Jesus einem Wassersüchtigen begegnete, fragte er die Umstehenden: »Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen, oder nicht?« Sie schwiegen. Da berührte er den Mann, heilte ihn und liess ihn gehen.
Zu ihnen aber sagte er: »Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat?« (Lk 14,3-5)
Beten wir also mit der Gemeinschaft aller Getauften um diese Kompetenz geistlicher Unterscheidung für uns und die ganze Kirche.

Übrigens veröffentlichen die Jesuiten Österreichs dieses Gebetsanliegen mit der entsprechenden Videobotschaft des Papstes hoch: jesuiten.at/gebetsapostolat/
Am 1. März treffen wir uns also gemeinsam vor dem Bildschirm, um des Papstes aktuellen Kommentar zu sehen und zu hören. :-)

P. Cyrill