Gotteswort

14. September 2017


Donnerstag der 23. Woche im Jahreskreis

Die ausserordentliche Gabe der christlichen Berufung, in der Lesung als Heiligung in der Liebe Christi geschildert, wird für das Zusammenleben zu einer ausserordentlichen Aufgabe, nämlich in dieser Liebe bis zur Feindesliebe zu gehen.

Kyrie

Christus, du erfüllst unser Herz mit Frieden. Herr, erbarme dich.
Du bist Gottes Wort und wohnst unter uns. Christus, erbarme dich.
Durch dich und im Heiligen Geist danken wir dem Vater. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du willst, dass wir alle Menschen lieben und auch denen Liebe erweisen, die uns Böses tun. Hilf uns, das Gebot des Neuen Bundes so zu erfüllen. dass wir Böses mit Gutem vergelten und einer des andern Last trägt. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Kol 3,12–17

Der neue Mensch

Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht. In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar! Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt, denn ihr seid in Gottes Gnade. Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!

Im Strom der Liebe

Paulus zeigt den Neuchristen in Kolossä, dass sie in einem Strom der Liebe stehen, der von Gott, von Christus und vom Heiligen Geist ausgeht. Liebe und Frieden Christi erfüllen ihre Herzen. Dieser Geist Christi prägt das gegenseitige Verhalten und macht das Zusammenleben angenehm. Aus der Liebe Christi leben, macht das Leben nicht beschwerlich, sondern weckt Freude und Dankbarkeit. Sie äussern sich im geisterfüllten Gotteslob.

Antwortspalm

Psalm 150


R: Alles, was atmet, lobe den Herrn!


Lobt Gott in seinem Heiligtum,
lobt ihn in seiner mächtigen Feste!
Lobt ihn für seine grossen Taten,
lobt ihn in seiner gewaltigen Grösse!

Lobt ihn mit dem Schall der Hörner,
lobt ihn mit Harfe und Zither!
Lobt ihn mit Pauken und Tanz,
lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!

Lobt ihn mit hellen Zimbel,
lobt ihn mit klingenden Zimbeln!
Alles, was atmet,
lobe den Herrn!

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet. Halleluja.

Evangelium

Lk 6,27–38

Vergeltung – Liebe zu den Feinden

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn gross sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

Grenzaufhebung

Jesus führt die „Feldpredigt“ mit prophetisch starken, unüberhörbaren Worten weiter. Er richtet sich zuerst an den Kreis der Jünger. Unter allen, die zu ihm gehören wollen, darf es keine Eingrenzung der Liebe geben. Die Liebe gilt nicht nur Angehörigen und Freunden, Partnern oder Wohltätern, sondern allen, selbst den Feinden. Jesus nennt die „goldene Regel“. Warum aber geht Jesus soweit, die Feindesliebe zu fordern? Weil für ihn alle Menschen Kinder des einen Vaters sind. Sie dürfen und können Gott selber nachahmen, vor allem die unbegrenzte Liebe und Barmherzigkeit Gottes. (vgl. Stuttgarter NT)

Fürbitten

Christus, du bist der Bote der Liebe Gottes:

  • Hilf den Christen, in Güte, Demut, Milde und Geduld zu leben.
  • Gib, dass dein Friede im Zusammenleben der Völker Frucht trage.
  • Verzeihe den Verfolgern der Kirche, gib Starkmut allen Verfolgten.
  • Schenke uns den Heiligen Geist, damit wir frohen Herzens das Gotteslob feiern.

Barmherziger Gott und Vater, dein Sohn hat deine Liebe und deinen Frieden auf die Erde gebracht. Wir danken dir dafür und preisen dich, im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, in deinem Wort und Sakrament gibst du uns Nahrung und Leben. Lass uns durch diese grossen Gaben in der Liebe wachsen und zur ewigen Gemeinschaft mit deinem Sohn gelangen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.


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