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Gotteswort

16. August 2018


Donnerstag der 19. Woche im Jahreskreis

Etwas einsehen, fällt nicht immer leicht. Besonders schwer fällt meist die Einsicht in die eigenen Fehler. Einsichtslosigkeit begegnet uns heute in der ersten Lesung. Im Evangelium will Jesus zur Einsicht in die eigene Lage und weiter, zur Einfühlung in die Situation des andern führen.

Hl. Theodor (g)

Bischof von Octodurus–Martinach (DK)

Theodul (Theodor) ist der erste bekannte Bischof im Wallis. Er residierte in Octodurus (Martigny) und nahm an verschiedenen Synoden teil, so 381 an der Synode von Aquileia. Er hat die Gebeine des Mauritius und seiner Gefährten aufgefunden und sie in der von ihm errichteten Basilika St–Maurice in Acaunum beigesetzt.

Hl. Stephan (g)

König von Ungarn

Stephan I. von Ungarn, Sohn eines Arpadenfürsten, hat sich taufen lassen und heiratete Gisela, die Schwester des späteren deutschen Königs Heinrich II., die wie ihr Bruder vom heiligen Wolfgang erzogen worden war. Stephan festigte sein Reich und die Christianisierung Ungarns. Papst Silvester II. übersandte ihm im Einverständnis mit Kaiser Otto III. die Königskrone, mit der er an Weihnachten 1000 gekrönt wurde. + 1038.

Kyrie

Christus, du bringst uns das Erbarmen Gottes. Herr, erbarme dich.
Du trägst uns auf, zu verzeihen. Christus, erbarme dich.
Du lehrst uns, Geduld zu üben. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Guter Gott. Durch deinen Sohn Jesus Christus hast du begonnen, unter uns Menschen dem Frieden und der Versöhnung Raum zu schaffen. Mache uns zu einer offenen und geschwisterlichen Gemeinde. Hilf uns, dass wir um seinetwillen einander annehmen und zu verstehen suchen, auch wo wir verschiedener Meinung sind. Darum bitten wir durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ez 12,1–12

Die Verschleppung

Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, du wohnst mitten unter einem widerspenstigen Volk, das Augen hat, um zu sehen, und doch nicht sieht, das Ohren hat, um zu hören, und doch nicht hört; denn sie sind ein widerspenstiges Volk.

Du, Menschensohn, pack deine Sachen, als würdest du verschleppt, und geh am hellen Tag vor ihren Augen weg, als ob du vor ihren Augen von deinem Wohnsitz an einen andern verschleppt würdest. Vielleicht sehen sie es; aber sie sind ja ein widerspenstiges Volk. Trag dein Gepäck bei Tag vor ihren Augen hinaus wie ein Mann, der verschleppt wird. Am Abend aber geh selbst vor ihren Augen hinaus wie die Leute, die in die Verbannung ziehen.

Brich dir vor ihren Augen ein Loch in die Wand und kriech hindurch! Vor ihren Augen nimm das Gepäck auf die Schulter! Bring es in der Dunkelheit weg! Verhülle dein Gesicht, damit du das Land nicht mehr siehst. Denn ich habe dich zum Mahnzeichen für das Haus Israel gemacht. Ich tat, was mir befohlen wurde. Bei Tag trug ich mein Gepäck hinaus wie ein Mann, der verschleppt wird. Am Abend brach ich mit den Händen ein Loch durch die Wand; in der Dunkelheit kroch ich hindurch. Dann nahm ich vor ihren Augen das Gepäck auf die Schulter.

Am nächsten Morgen erging das Wort des Herrn an mich: Menschensohn, hat nicht das Haus Israel, das widerspenstige Volk, zu dir gesagt: Was machst du da? Sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Dieses drohende Wort gilt dem Fürsten von Jerusalem und dem ganzen Volk Israel, das in Jerusalem wohnt.

Sag: Ich bin ein Mahnzeichen für euch: Was ich getan habe, das wird mit ihnen geschehen; in die Verbannung, in die Gefangenschaft werden sie ziehen. Ihr Fürst wird in der Dunkelheit sein Gepäck auf die Schulter nehmen und hinausgehen. In die Mauer wird man ein Loch brechen, um hindurchzugehen. Er wird sein Gesicht verhüllen, um mit seinen Augen das Land nicht zu sehen.

Pack deinen Plunder und hau ab!

Jeremias, hier Menschensohn genannt, soll dem Volk und dem König mit einer symbolischen Handlung die bevorstehende Vertreibung ins Exil vordemonstrieren. „Vielleicht“ gehen ihnen die Augen auf, und sie bekehren sich. Doch diese Einsicht kommt nicht. Das Gericht ergeht über alle, ohne Unterschied. Solches kommt auch heute vor. Nota: Die Symbolhandlung beginnt am Abend und wird am nächsten Morgen vollzogen, denn so wird im alten Orient, speziell beim Kult, ein Tag verstanden. Er beginnt am Vorabend.

Antwortspalm

Psalm 78,56–59,61–62


R: Vergesst die Tagen Gottes nicht!


Sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten;
sie hielten seine Satzungen nicht.
Wie ihre Väter fielen sie treulos von ihm ab,
sie wandten sich ab wie ein Bogen, der versagt.

Sie erbitterten ihn mit ihrem Kult auf den Höhen
und reizten seine Eifersucht mit ihren Götzen.
Als Gott es sah, war er voll Grimm
und sagte sich los von Israel.

Er gab seine Macht in Gefangenschaft,
seine heilige Lade fiel in die Hand des Feindes.
Er lieferte sein Volk dem Schwert aus;
er war voll Grimm über sein Eigentum.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Denn nach dem Mass, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden. Halleluja.

Evangelium

Mt 18,21–19,1

Von der Pflicht zur Vergebung – Das Gleichnis vom unbarmherzigen Gläubiger

Petrus trat zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besass, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.

Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, liess ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und liess ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe.

Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.

Da liess ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Als Jesus diese Reden beendet hatte, verliess er Galiläa und zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.

Tolerieren und vergeben

Petrus ist bereit zu verzeihen, aber nicht zu oft. Jesus aber wünscht, dass seine Jünger nicht aufrechnen, wie oft sie vergeben müssen. Jesus setzt anders an. Wichtig ist die Einfühlungsgabe in die Situation des andern. Sind wir nicht selber auf die Nachsicht anderer und besonders auf das Erbarmen Gottes angewiesen? Dieses Wissen hilft uns, andere zu verstehen. ihre Fehlerhaftigkeit zu tolerieren und ihnen zu vergeben. Leitbild ist die Vergebungsbereitschaft Gottes. Das Verhältnis (50 Millionen : einhundert) spricht für sich. – Benedikt ruft dazu auf, gegenseitig die Fehler mit grosser Geduld zu ertragen. So entsteht unter den Augen Gottes eine Gemeinschaft, die solidarisch ist im Tolerieren und Vergeben.

Fürbitten

Christus, du hast die Schuld der Menschen auf dich genommen:

  • Hilf allen Gliedern der Kirche zu Toleranz und zu Grossmut im Verzeihen.
  • Erleuchte Behörden und Gerichte, wenn sie entscheiden müssen, wer im Recht ist.
  • Mache uns dankbar für die Vergebung Gottes und feinfühlig für die Probleme anderer.
  • Bewahre uns davor, kleinlich zu sein, wenn andere gegen uns gefehlt haben.

Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. Erhöre unser Gebet, das wir im Namen Jesu an dich richten, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, in den heiligen Gaben empfangen wir neue Kraft. Bleibe bei uns in aller Gefahr und versage uns nie deine Hilfe, damit wir der ewigen Erlösung würdig werden. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.

 
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