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Gotteswort

22. April 2019


Ostermontag

Am Karfreitag hatten sich die Jünger zerstreut. Ihre Hoffnung schien ausgeträumt. Wider Erwarten erscheint ihnen der Gekreuzigte. So wird ihnen „von oben“ der Osterglaube geschenkt: Jesus lebt. Petrus und die andern Apostel bezeugen diesen Glauben. – Die einzelnen Osterberichte, fussen auf vielen Erfahrungen der ersten Jüngerinnen und Jünger, die verschieden weiter erzählt und redaktionell gestaltet werden. Sie verkünden den Gemeinden die Frohbotschaft von der Auferstehung und deuten diese aus; sie wollen nicht im Sinn moderner Geschichtsschreibung den historischen Ablauf und seine Details dokumentieren.

Kyrie

Christus, Gott hat dich aus den Wehen des Todes befreit. Herr, erbarme dich.
Du stehst zur Rechten Gottes. Christus, erbarme dich.
Du zeigst uns die Wege des Lebens. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du Herr allen Lebens, durch die Taufe schenkst du deiner Kirche Jahr für Jahr neue Söhne und Töchter. Gib, dass alle Christen in ihrem Leben dem Sakrament treu bleiben, das sie im Glauben empfangen haben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Apg 2,14.22–32

Aus der Pfingstpredigt des Petrus

Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Israeliten, hört diese Worte: Jesus, den Nazoräer, den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde.

David nämlich sagt über ihn: Ich habe den Herrn beständig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Zunge und auch mein Leib wird in sicherer Hoffnung ruhen; denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis, noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen. Du zeigst mir die Wege zum Leben, du erfüllst mich mit Freude vor deinem Angesicht.

Brüder, ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag. Da er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm den Eid geschworen hatte, einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen, sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus: Er gibt ihn nicht der Unterwelt preis und sein Leib schaut die Verwesung nicht. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen.

Die pfingstliche Missionspredigt des Petrus

Petrus berichtet als Sprecher des Apostelkreises über das Wirken, das Leiden und die Auferweckung Jesu. Petrus bezieht sich auf messianisch gedeutete Psalmstellen und zeigt, dass der Tod der Sendung Jesu kein Ende gesetzt hat, im Gegenteil. Im Unterschied zum Davidsgrab ist das Grab Jesu leer, denn er hat als Davidssohn die Herrschaft angetreten. – Der Schriftbeweis mag für Bibelkenner schwach sein; wesentlich ist, dass die ersten Christen im Licht der Schrift das Leben, Sterben und Auferstehen Jesu deuteten.

Antwortspalm

Psalm 89, 2–5


R: Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen.


Von den Taten deiner Huld, Herr,
will ich ewig singen,
bis zum fernsten Geschlecht
laut deine Treue verkünden.
Denn ich bekenne:
Deine Huld besteht für immer und ewig;
deine Treue steht fest im Himmel.

«Ich habe einen Bund geschlossen
mit meinem Erwählten
und David, meinem Knecht, geschworen:
Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand
und von Geschlecht zu Geschlecht
richte ich deinen Thron auf.»

2. Lesung

1 Kor 15,1–8.11

Die Auferweckung Christi und das Heil

Ich erinnere euch, Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen?

Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäss der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäss der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als Letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der «Missgeburt».

Ob nun ich verkündige oder die anderen: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

Die älteste Glaubensformel

In Korinth wird über die Auferstehung der Toten diskutiert. Paulus führt nun das Glaubensbekenntnis der Urkirche von Jerusalem (oder Antiochia) an. Es ist älter als die Berichte der Evangelien und spricht noch nicht von Einzelheiten, also nicht von den Engeln oder von der Erscheinung vor Frauen, betont aber: Jesus ist wirklich zu unserem Heil gestorben und ist als Auferstandener wirklich erschienen. Was die dem Paulus bekannten Zeugen überliefern, ist ihm noch wichtiger als der Schriftbeweis.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Brannte uns nicht das Herz, als der Herr unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften erschloss? Halleluja.

Evangelium

Lk 24,13–35

Die Begegnung mit dem Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus

Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.

Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, sodass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen – er hiess Kleopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weisst, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.

Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in grosse Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.

Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.

So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?

Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Eine Begegnung mit dem Auferstandenen

Dieser Bericht findet sich nur bei Lukas, vielleicht weil die Emmausjünger die ersten „hellenistischen“ (nicht aus dem Judentum stammenden) Christen waren, denen der Auferstandene erschienen war. Die beiden Jünger sind zunächst noch diesseitigen Vorstellungen der Auferstehung verhaftet (Rückkehr ins irdische Leben). Die Worte der Jünger und die Schrifterklärung Jesu enthalten die wesentlichen Elemente der urchristlichen Katechese. Der Messias „musste“ durch Leiden in die Herrlichkeit eingehen. Wegen seiner Transzendenz entzieht sich der Erscheinende sogleich den irdischen Augen. Der Glaube der Jünger ist ein „apostolischer Glauben“ und führt sie in die Gemeinde zurück. – Die Schrifterklärung und das Brotbrechen erinnern an das eucharistische Mahl, das den Auferstehungsglauben immer wieder erneuert.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Gott hat dich von den Toten auferweckt:

  • Hilf den Glaubenden, den Sinn der heiligen Schriften zu verstehen, die von dir sprechen.
  • Öffne Augen und Herz aller, die zweifeln oder traurig sind, für die Botschaft vom Leben.
  • Erhalte die Neugetauften in der Osterfreude und segne die Erstkommunionkinder.
  • Stärke uns in Stunden von Leid und Dunkel durch den Glauben an deine Auferstehung.

Barmherziger Gott, die Auferweckung des Gekreuzigten hat uns Freude gebracht. Erfülle unsere österliche Hoffnung im ewigen Leben. Im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, du hast uns durch die österlichen Geheimnisse auf den Weg des Lebens geführt. Lass deine Gnade in uns mächtig werden, damit wir uns deiner Gaben würdig erweisen und unseren Weg zu dir vollenden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 
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