Gotteswort

7. Dezember 2017


Donnerstag der 1. Adventswoche

Wir sehnen uns nach Geborgenheit, nach einem sicheren Daheim. Letztlich geht es uns dabei um weit mehr als um ein Dach über dem Kopf. Die Lesungen dieses Tages zeigen, auf wen oder auf was wir bauen und uns verlassen dürfen.

Kyrie

Christus, du bist Gottes Wort für uns. Herr, erbarme dich.
Wer auf dein Wort hört, baut auf Felsen. Christus, erbarme dich.
Du bist der Fels, auf den die Kirche gebaut ist. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Biete auf deine Macht, Herr, unser Gott, und komm. Eile uns zu Hilfe mit göttlicher Kraft, damit durch dein gnädiges Erbarmen bald das Heil kommt, das unsere Sünden noch aufhalten. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 26,1–6

Ein Siegeslied auf den Fall einer Weltstadt

An jenem Tag singt man in Juda dieses Lied: Wir haben eine befestigte Stadt, zu unserem Schutz baute der Herr Mauern und Wälle. Öffnet die Tore, damit ein gerechtes Volk durch sie einzieht, ein Volk, das dem Herrn die Treue bewahrt. Sein Sinn ist fest; du schenkst ihm Ruhe und Frieden; denn es verlässt sich auf dich.

Verlasst euch stets auf den Herrn; denn der Herr ist ein ewiger Fels. Er hat die Bewohner des hohen Berges hinabgestürzt, die hoch aufragende Stadt; er hat sie zu Boden geworfen, in den Staub hat er sie gestossen. Sie wird zermalmt von den Füssen der Armen, unter den Tritten der Schwachen.

Der Sieg der Gottesstadt über die Stadt der Gewalt

Jesaja singt das Siegeslied Jerusalems. Das Volk Gottes darf in diese Stadt einziehen, wie einst Noach in die rettende Arche einziehen durfte. Hier, beim Herrn, seinem „Fels“, ist das Volk geborgen. Gegenbild ist eine auf Gewalt und Korruption gebaute Stadt. So „hoch aufragend“ sie schien, war sie nicht auf ein sicheres Fundament gegründet. Sie wird zu Staub verfallen, während eine Stadt, die Arme und Schwache aufnimmt Bestand haben wird. – Diese Sicht gilt auch heute für die „Städte“ der Menschen.

Antwortspalm

Psalm 118,1.8–9.19–21.25–27a


R: Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn.


Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.
So soll Israel sage:
Denn seine Huld währt ewig.

Besser, sich zu bergen beim Herrn,
als auf Menschen zu bauen.
Besser, sich zu bergen beim Herrn,
als auf Fürsten zu bauen.

Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit,
damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken.
Das ist das Tor zum Herrn,
nur Gerechte treten hier ein.

Ach, Herr, bring doch Hilfe!
Ach, Herr, gib doch Gelingen!
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.
Wir segnen euch vom Haus des Herrn her.
Gott, der Herr, erleuchte uns.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Suchet den Herrn, solange er sich finden lässt, ruft ihn an, solange er nahe ist. Halleluja.

Evangelium

Mt 7,21.24–27

Das wahrhaftige Beten – Das verlässliche Wort

Jesus sprach zu den Jüngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.

Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.

Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute. Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.

Auf Gottes Wort bauen

Jesus hat davor gewarnt, bloss zu plappern, also Gott nur mit den Lippen zu ehren. Nichts Trügerisches darf über die Lippen kommen. Am Schluss der Bergpredigt erklärt nun Jesus, dass sein Wort Gewähr bietet. Wer gelernt hat, auf sein Wort zu hören und Gottes Willen in der Tat, nicht nur mit schönen Reden, zu erfüllen, baut sicher. Auch und gerade das Gebäude eines geistlichen Lebens muss auf sicherem Grund gebaut sein.

Fürbitten

Christus, du hast den Willen deines Vaters erfüllt:

  • Erleuchte alle, die den Glauben verkünden, damit ihr Wort gut aufgenommen wird.
  • Hilf den Behörden, den Beamten und den Gerichten, für die Sicherheit des Volkes zu sorgen.
  • Begleite die Jugend, die sich nach einer guten Zukunft sehnt.
  • Gib uns selber Glaubenskraft, damit wir deinem Wort vertrauen und Gottes Willen erfüllen.

Gott, wir vertrauen darauf, dass du uns nahe kommst in deinem Sohn Jesus Christus. Er stärke uns im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. Im Heiligen Geist, durch Christus unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, du hast uns an deinem Tisch mit neuer Kraft gestärkt. Zeige uns den rechten Weg durch diese vergängliche Welt und lenke unseren Blick auf das Unvergängliche. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


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