Gotteswort

18. Januar 2019


Freitag der 1. Woche im Jahreskreis

Von Natur aus, möchten wir sicheren Boden unter unsern Füssen wissen. In der ersten Lesungen werden Christen gewarnt, sich mit falschen Sicherheiten zufrieden zu geben. Im Evangelium hören wir von einer riskanten Aktion, die einem armen Menschen bei Jesus neue Sicherheit bringen soll.

Kyrie

Christus, du verkündest Gottes Wort. Herr, erbarme dich.
Du siehst auf den Glauben der Menschen. Christus, erbarme dich.
Du vergibst die Sünden. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Unser Herr Jesus Christus hat gesagt: „Nicht Gesunde brauchen den Arzt, sondern Kranke. Nicht Gerechte zu rufen bin ich gekommen, sondern die Sünder.“ Darum beten wir: Barmherziger Gott. Zu Unrecht halten wir uns oft für gut und glauben, gerecht vor dir zu sein. Wecke uns aus unserer falschen Sicherheit, befreie uns von unserer Selbstgerechtigkeit und heile uns durch Jesus Christus, den Arzt der Kranken, den Heiland der Sünder, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Hebr 4,1–5.11

Gottes Wort als Verheissung

Lasst uns ernsthaft besorgt sein, dass keiner von euch zurückbleibt, solange die Verheissung, in das Land seiner Ruhe zu kommen, noch gilt. Denn uns ist die gleiche Freudenbotschaft verkündet worden wie jenen; doch hat ihnen das Wort, das sie hörten, nichts genützt, weil es sich nicht durch den Glauben mit den Hörern verband. Denn wir, die wir gläubig geworden sind, kommen in das Land der Ruhe, wie er gesagt hat: Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen. Zwar waren die Werke seit der Erschaffung der Welt vollendet; denn vom siebten Tag heisst es an einer Stelle: Und Gott ruhte am siebten Tag aus von all seinen Werken; hier aber heisst es: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen.

Bemühen wir uns also, in jenes Land der Ruhe zu kommen, damit niemand aufgrund des gleichen Ungehorsams zu Fall kommt.

Zitate aus dem AT als Mahnung an Christen

Im ersten Jahrhundert hatten die Christen keine andere Heilige Schrift als das, was wir heute das Alte Testament nennen. Der Verfasser des Hebräerbriefs legt nun Worte aus der Genesis und aus einem Psalm in den Mund Christi, des Herrn, als Mahnung an die Christen. Sie sollen das Ziel ihres Weges nicht durch Unglauben in Frage stellen, damit es ihnen nicht geht wie der alten Wüstengeneration, die nicht in das „Land der Ruhe“ einziehen durfte. Darunter wird jetzt die himmlische Heimat verstanden. (vgl. Laub)

Antwortspalm

Psalm 78,3–4.6c–8


R: Vergesst die Taten Gottes nicht!


Was wir hörten und erfuhren,
was uns die Väter erzählten,
die ruhmreichen Taten und die Stärke des Herrn,
die Wunder, die er getan hat.

Sie sollten aufstehen
und es weitergeben an ihre Kinder,
damit sie ihr Vertrauen auf Gott setzen,
die Taten Gottes nicht vergessen
und seine Gebote bewahren.

Sie sollten nicht werden wie ihre Väter,
jenes Geschlecht voll Trotz und Empörung,
das wankelmütige Geschlecht,
dessen Geist nicht treu zu Gott hielt.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ein grosser Prophet trat unter uns auf: Gott nahm sich seines Volkes an. Halleluja.

Evangelium

Mk 2,1–12

Heilung eines Gelähmten

Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, dass er (wieder) zu Hause war. Und es versammelten sich so viele Menschen, dass nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort. Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen. Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen (die Decke) durch und liessen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!

Einige Schriftgelehrte aber, die dort sassen, dachten im Stillen: Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben ausser dem einen Gott? Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen? Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh umher?

Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle ausser sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.

Heilung des Gelähmten an Seele und Leib

Die frühen Christen verstehen die Heilung des Gelähmten als Zeichen des Heils für Leib und Seele, das für die messianische Zeit verheissen ist. Von den inneren Belastungen frei werden, ist noch wichtiger als die körperliche Heilung. Doch nach dem Propheten Daniel war der „Menschensohn“ für den Tag des „Gerichts“ angesagt. Jesus aber lehrt und zeigt, dass das Gottesgericht hier und jetzt auf Erden vorbereitet wird, besonders durch Barmherzigkeit und durch die Vergebung der Sünden. Damit setzt sich Jesus über das bisherige, jüdische Verständnis der Religion hinweg. Seine Gegner sagen: „Er lästert Gott.“ (vgl. Frisque)

Fürbitten

Christus, unser Heiland:

  • Lindere seelische Belastungen und leibliche Nöte durch den Dienst der Kirche.
  • Bewahre die Getauften davor, die Hoffnung auf die künftige Heimat aufzugeben.
  • Sende den Behinderten und Gebrechlichen hilfsbereite Mitmenschen.
  • Wecke unseren Glauben, damit du uns helfen kennst.

Barmherziger Gott, halte deine starke Hand schützend über deinen Gläubigen und befreie uns von aller Not an Leib und Seele. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unseren Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, durch dein Wort und dein Sakrament haben wir neue Kraft empfangen. Gib, dass wir im Leben dir und den Menschen dienen und dein Gefallen finden. Darum bitten wir, durch Christus, unseren Herrn.


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